Informationen zu Verein und Mannschaften

"Handball-Pionier Schwarz-Rot ist Meister", so lautete im Frühjahr 1953 in der lokalen Sportpresse die Schlagzeile.

Dem vorausgegangen war im Spätherbst 1952 die Neugründung der Handballabteilung des ASV Schwarz Rot 06 und damit einer Wiederaufnahme der bereis 1922 erstmals gegründeten Handballabteilung, die bedingt durch die Kriegswirren aufgelöst worden war. 13 junge Sportler, die aus dem Handballlager der Alemannia ausgebrochen waren, wagten den Schritt in einem zu diesem Zeitpunkt nur aus Fussballern bestehenden ASV Schwarz Rot 06 e.V. Zu den Gründungsvätern zählten u.a. Josef Braunsdorf, Max Bürgerhausen, Günter Claßen und Karl Heinz Meurers.

So hat Max Bürgerhausen, 1970 -2007 Vorsitzender des Vereins, eine wechselhafte Handballgeschichte seiner Schwarz- Roten in Erinnerung. Erlebte die noch junge Abteilung bis 1960 ein stänmdiges auf-und ab, wo es sogar 1956 kurz vor der Auflösung der Abteilung stand. Max Bürgerhausen übernahm die Leitung der Abteilung und erkannte mit seinen verbliebenen Freunden frühzeitig, dass nur in der Jugendarbeit ein sportliches Überleben möglich war. Hierfür zeichnet seit 1960 "Mister Handball" Egbert Schaffrath, Leiter der Jugendabteilung bis 2007, mit bundesweitem Erfolg verantwortlich. Georg Gier, heute Dipl.-Sportlehrer des KKG, war der erste Jugendliche aus der Schwarz-Rot Schule, der 1963 in die damals höchste Auswahlmannschaft des Landes berufen wurde. Viele Kinder und Jugendliche sollten bis auf den heutigen Tag seinen Spuren folgen. Den sportlich größten Erfolg durfte dabei Thomas Springel, 57-facher Nationalspieler und Silbermedalliengewinner von Los Angeles feiern.

Vorbei waren zu diesem Zeitpunkt 1984, bereits die glorreiche Feldhandballepoche der Abteilung, die 1967, den Trend der Zeit erkennend, aufgegeben wurde.

Und heute? Hallenhandball, schnell, dynamisch, attraktiv anzuschauen in der sportlichen Heimat der Neuköllner Str., nicht allzu weit entfernt von den Ursprüngen der Schwarz-Roten im Ostviertels. Vier Herrenmannschaften, drei Damenteams und  sieben männliche und fünf weibliche Jugendmannschaften sowie drei gemischt spielende Mini- und F-Jugendmannschaften vertreten Schwarz-Rot auch über die Region hinaus. Auch hier mit Erfolg, wenn man auf die beiden Aushängeschilder des Vereins, die 1. Damen- und Herrenmannschaft schaut.

Die Jugend ist in unserem Verein etwas besonders.

Es war der 15.9.1960 als die erste männliche Jugend-Mannschaft unseres Vereins ihr erstes Spiel bestritt. Die gesamte Handball-Abteilung bestand zu dieser Zeit aus einer Herren-Mannschaft. Die "Jugendabteilung" wuchs schnell heran. Die verschiedenen Altersklassen konnten mit mehreren Mannschaften besetzt werden.

Die Mädchen, zunächst bei den Jungen spielend, wechselten in Mädchen-Mannschaften und als alle Altersklassen besetzt waren, wurde die "Abteilung der weiblichen Jugend" gebildet.

Auch auf Grund der hervorragenden Ausbildung der männlichen und weiblichen Jugendlichen war es möglich, dass beide Senioren/innen-Teams (Damen u. Herren ) bis in die Oberliga aufsteigen konnten.

19 Wettkampf-Mannschaften und drei Kinderhandball-Gruppen bilden die "Schwarz-Rot-Familie". Der Slogan: "Wir spielen Handball nicht zur Selbstbefriedigung, wir haben eine soziale Verantwortung" ist dafür verantwortlich, dass wir eine so große Handball-Gruppe sind.

Der bekannteste "Schwarz-Rote" wurde Thomas Springel, der Jugend-Nationalspieler wurde, der dann in die Bundesliga zu TuS Derschlag, TuS Rheinhausen und TUSEM Essen wechselte. Nach 16 Junioren-Nationalspiel-Einsätzen wurde er 80 Mal in die Nationalmannschaft berufen und bei der Olympiade in Los Angeles gewann er die Silber-Medaille.

Ebenso Aufsehen erregend war in der Bundesrepublik, dass drei Jugendliche unseres Vereins, Dieter Lennartz, Stefan Kirsch und Ralf Defourny, gleichzeitig in der Jugend-Nationalmannschaft spielten. Im Laufe der Jahre vertraten viele unserer Spieler den Westdeutschen Handballverband und noch mehr den Handballverband Mittelrhein.

Die beste Platzierung einer Jugend-Mannschaft war ein vierter Platz in der B-Jugend bei den Deutschen Meisterschaften. Zu erwähnen ist auch, dass eine Kaiser-Karls-Gymnasium B-Jugend-Mannschaft mit ihrer ersten Sieben aus unserem Verein gebildet Deutscher Schul-Meister wurde.

Heute besteht keine Möglichkeit mehr zu diesen Erfolgen, weil gut geführte Handball-Internate zehnmal Training, plus Schulsport, plus Einzeltraining in jeder Woche und häufig zwei Spiele am Wochenende dominierend sind. Mit weniger bekannten Trainingszentren halten wir mit, trotz unserer geringeren Trainingsmöglichkeiten. Die Ausbildung in unserem Verein ist durch gut geschulte Trainer optimal.

Ebenso verhält es sich mit der weiblichen Handball-Jugend. In unserem Verbandsgebiet spielen unsere Mädchen in der Spitze bis hin zur Meisterschaft auf Verbandsebene mit. Sie ist in allen Altersklassen von E- bis A-Jugend vertreten. Auch in dieser Abteilung steht eine kontinuierliche, fachlich qualifizierte Ausbildung aller Mädchen im Fordergrund.

Das Gesellige und Außersportliche ergänzen sinnvoll das Sportliche. Über vier Grundschul-Handball-Arbeitsgemeinschaften wird das Handball-Interesse an die Basis transportiert.

Auch wenn alle Altersklassen der weiblichen und männlichen Jugend vertreten sind, die Frauen und die Herren mehrere Mannschaften bilden, sind selbstverständlich neue Spielerinnen und Spieler sowohl im Jugendbereich, als auch bei den Frauen und Herren immer gerne gesehen.

Dass Schwarz-Rot nicht nur ein Sportverein ist, in dem neue Spielerinnen und Spieler herzlich willkommen sind, sondern auch Wert auf Feste, Feten, sprich: außersportliche Aktivitäten, gelegt wird, versteht sich von selbst. Frei nach Motto: Handball ist unser Hobby, aber längst nicht alles.

Dafür spricht auch die große Resonanz auf die Einladung zum Jugend- Jubiläum im Juni 2010. Viele Ehemalige fanden nicht nur an dem Tag zu Schwarz-Rot zurück.

Interesse? Noch Fragen? Ansprechpartner, Kontaktadressen sind ebenso wie alle Trainingszeiten und Hallen der Homepage zu entnehmen.

Aachen, im August 2010
© Schwarz-Rot Aachen